Das Gebäude

Zur Architektur und Baugeschichte

Altes Rathaus Attendorn FassadeDas alte Rathaus der Stadt Attendorn, errichtet in der Mitte des 14. Jahrhunderts, befindet im Stadtzentrum, an der Südseite des Marktplatzes und hat eine wechselvolle Geschichte. Durch zahlreiche Stadtbrände entstellt, unterschied es sich im 19. Jahrhundert nur noch durch seine Lage und Größe von den umliegenden Bürgerhäusern.

Die Nutzung des Gebäudes war seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert vielseitig, unter anderem wurde das Rathaus bis 1879 als Amtsgericht genutzt. Im Jahre 1909 überließ die Stadt dem Verein für Ort- und Heimatkunde Teile des Gebäudes zur Unterbringung der Vereinssammlung. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stand das alte Rathaus wegen seiner maroden Bausubstanz mehrmals kurz vor dem Abriss. Erst mit dem Entschluss, das Gebäude von Grund auf zu sanieren, konnte durch einen Bauaufnahme durch den Landeskonservator das prachtvolle Bauprogramm wieder freigelegt werden. Das Erdgeschoss war im Mittelalter als offene Kaufhalle ausgebildet, im Obergeschoss befand sich ein Saal für Gerichts-, Rats- oder Festveranstaltungen. Die Fassade des Gebäudes ist an der Marktseite und an einer Giebelseite durch spitzbogige Arkaden gegliedert. Beide Giebel sind als repräsentative Stufengiebel ausgeformt. Da die mittlere Giebelarkade betont war, kann vermutet werden, dass der Haupteingang ursprünglich hier gelegen hat.

Im Jahre 1967 wurde es außen in gotischer Rekonstruktion und innen als moderner Stahlbetonbau der Öffentlichkeit übergeben. Die dem Hause damals gegebene statische Struktur war bei dem Umbau im Jahre 2006/07 noch immer prägend. So wurden das Außen- und das Innentreppenhaus, die Fußböden und natürlich die gotische Außenhülle nicht verändert. Im Erdgeschoss wurde der gesamte innere Arkadenbereich verglast. Im hohen Dachgeschoss fügte man über die gesamte Länge des Gebäudes eine weitere Ebene ein, so dass sich zusammen mit dem Keller 5 Geschosse und ein Zwischengeschoss mit insgesamt 740 qm ergaben. Alle Geschosse, vom Keller bis zum Dachboden, sind nun durch einen Personen- und Lastenaufzug verbunden, so dass sie für gehbehinderte Personen leicht erreichbar sind.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn