Die Museumsgeschichte

Das älteste Museum des Kreises geht auf die Gründung des damaligen Heimatvereins (heute: Vereins für Orts- und Heimatkunde) im Jahr 1898 zurück, der mit großem Erfolg zu einer ersten Sammlungskampagne aufrief. Zusammengetragen wurden damals Funde der frühen Höhlenforschung, volkskundliches und berufsständisches Sachgut, sowie kirchliche Kunst.

Rückblickend zeigt sich, dass der Zeitgeist am Ende des Kaiserreiches die Weiterverfolgung der Sammlungsidee beflügelte. Vorbilder können vor allem in den großen Schauausstellungen vermutet werden, die seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Münster, Köln und anderen großen Städten der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Aber auch die Publizierung der Bau- und Kunstdenkmäler durch den Provinzkonservator Albert Ludorff oder die Sammelfreude und Kennerschaft des Kölner Domkapitulars Alexander Schnütgen, dessen Vorfahren aus dem Kreis Olpe kamen, weckten das Interesse am Sammeln und Bewahren. In den ersten 15 Jahren konnten 130 Exponate zusammen getragen. Zu diesen ersten Kunstschätzen, die in das Inventarbuch für das Jahr 1905 eingetragen sind, gehörten auch zwei, der mündlichen Überlieferung nach aus dem Kloster Ewig stammenden Holzfiguren: Nämlich die um 1360 datierte thronende Madonna und die um 1540 entstandene Heilige Elisabeth.

Bereits im Jahre 1909 gelangte die Sammlung in das das gotische Rathaus. Gesammelt wurden nun Exponate zur Stadt- und Kirchengeschichte sowie zur Naturkunde. Bis 1950 konnten 342 Exponate übernommen werden, darunter nun auch liturgische Geräte und Paramente. Im Jahre 1951 zum Beispiel erwarb der Heimatverein die spätgotische Figur eines stehenden Bischofs aus der Kapelle in Repe.

Das alte Rathaus

Das alte Rathaus

Früherer Sammlungsraum

Früherer Sammlungsraum

In der Sammlung

In der Sammlung

In den 1960er Jahren konkretisierte sich der Plan, das alte Rathaus als Museum des Kreises Olpe und der Stadt Attendorn umzubauen und zu renovieren. Zur Neueröffnung als Kreisheimatmuseum im Jahre 1967 war der Bestand auf 632 Exponate angewachsen. Die Entwicklung der Sammlung war danach erkennbar von mehreren wissenschaftlichen Projekten bestimmt und natürlich vom Interesse der Museumsleitungen abhängig. So konnten zum Beispiel im Nachgang zur großen Ausstellung „Alte Kunst im kurkölnischen Sauerland“ weitere wertvolle Exponate übernommen werden. – In den 1970er und 1980er Jahren bewirkten die Ausgrabungen beim Kloster Ewig und an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, dass mittelalterliche und neuzeitliche Fundstücke in das Museum kamen.
Seit den 1990er Jahren waren es, die sich kongenial ergänzenden Interessen der aus drei Personen bestehenden kommissarischen Museumsleitung, die den Sammlungsaufbau bestimmten. Die Sammlung zur Flora und Fauna des Devons wurde angelegt, die Keramiksammlung entstand und viele Spezialsammlungen privater Kenner und Steckenpferdreiter konnten übernommen werden. Darunter auch die Zinnfigurensammlung des Pastors A.Wilfried Müller aus Neu-Listernohl.

Museum für Kunst und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn