Fundstück im Februar 2018

Klappkarte Der Herkules Von 1914 Klein

Fundstück im Februar 2018

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Propagandakarte

„Der Herkules von 1914“

Karton, 17,4 X 27,4 cm

 Vor 100 Jahren brach in Europa das letzte Kriegsjahr des 1. Weltkrieges an. Der Krieg hatte Millionen Menschenleben gefordert und endete für das Deutsche Reich mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages am 11. November 1918 im französischen Compgiène. Aus dieser Zeit hat das Südsauerlandmuseum einige interessante Exponate in seinem Magazin. Eines, das eindrucksvoll die deutsche Großmannssucht zu Beginn des Krieges zeigt, ist die Propagandakarte „Der Herkules von 1914“.  Die Karte konnte auf der Rückseite beschrieben und adressiert werden. Sie wurde von einem Attendorner Soldat aus Russland nach Hause gesandt. Nach der Mobilmachung am 01. August 1914 wurden diese Postklappkarten in großer Stückzahl gedruckt, sie waren aber nur in den ersten Kriegswochen beliebt.  Heute ist die Klappkarte ein eindrucksvolles Relikt, das uns einen Einblick in die arrogante Kriegspropaganda des deutschen Kaiserreiches ermöglicht. Sie zeigt den vermeintlich „superstarken deutschen Soldaten“, der mit ausgestreckten Armen einen Franzosen und einen Russen am Schopf packen kann um sie hochzuheben. Weitere europäische Kriegsgegner sind im unteren Bereich unter anderem als Hündchen dargestellt.  Welche Folgen dieses nationalistische Denken hatte, zeigen Millionen von Todesopfern, zerstörte Landstriche, Hungersnöte und folgenreiche wirtschaftliche Einbußen.  Auch im Kreis Olpe waren viele zivile Todesopfer zu beklagen. Noch heute erinnern unter anderem die Kriegsgräber auf den Friedhöfen und die Denkmal in den Kreisgemeinden an die vielen Opfer dieses ersten weltweit ausgetragenen Krieges.

 

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Museum für Kunst und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn