Fundstücke aus dem Südsauerlandmuseum

DSC 0474 E1510048855789

Fundstücke aus dem Südsauerlandmuseum

0

Was früher alltäglich war, um Geographie, Geschichte oder Biologie zu lernen, kennt heute kaum noch ein Schüler. Die Rede ist natürlich von Schulwand- oder Landkarten. Diese riesigen Relikte aus  längst vergessenen Schulzeiten sind heute von Whiteboards und Co. schon längst überholt. Nun stauben die alten Stücke in Archiven und auf den Dachböden der Schulen langsam vor sich hin. Aber nicht eine Auswahl der Karten aus dem St-Ursula-Gymnasium in Attendorn. Neun davon haben nun nämlich ihren Weg ins Südsauerlandmuseum gefunden.

Bei den Karten handelt es sich um geografische Themenkarten. Die Karten bilden die Zeit der Gegenreformation und des dreißigjährigen Krieges, Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, die Welt 1415-1615, die Hanse und Gallien, Germanien und Britannien in der Römerzeit ab. Heute für die neue Generation Schüler kaum vorstellbar, haben diese Karten teils über 50 Jahre treue Dienste geleistet.

Landkarten können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die ersten lassen sich schon im Altertum nachweisen und auch heute nutzen wir zumindest im Navigationsgerät noch Karten. Bis die Karten jedoch ihre heutige Gestalt bekamen, mussten erst viele Jahrtausende vergehen. Zunächst waren sie in erster Linie für

Reisende gedacht und gaben eine geradlinige Route mit den Namen der an der Strecke befindlichen Orte an. Im Mittelalter ging man dazu über, Karten ansprechend zu gestalten und mit Verzierungen auszuschmücken, während das geographische Wissen eher gering und ungenau blieb. In der frühen Neuzeit wurde damit begonnen, erstmals ganze Länder zu kartographieren. Vor allem Italien und die Niederlande fertigten zwischen 1500 und 1700 eindrucksvolle Exemplare an. Die ersten Vorläufer der heutigen Karten entstanden dann im 18. Jahrhundert, als neue Ergebnisse in der Mathematik und in der Astronomie dazu führten, dass geographische Erkenntnisse deutlich leichter gewonnen und dargestellt werden konnten.

Zu den Landkarten kommen noch vier Bilder, die Sommer, Winter, Herbst und Frühling zeigen. Die Motive stammen von Walter Georgi, einem deutschen Maler und Illustrator. Georgi wurde am 10. April 1871 in Leipzig geboren und starb am 17. Juni 1924 in Holzhausen am Ammersee. Er studierte an den Kunstakademien in Leipzig, Dresden und München und war unter anderem mit dem Zyklus „Herbsttag“ auf der Pariser Weltausstellung vertreten.

Text: Annika Dzuball

Fotos: Südsauerlandmuseum

Eine Nachricht schreiben

Museum für Kunst und Kulturgeschichte des Kreises Olpe in Attendorn